Domain-Tops und -Flops 2007
Rückblick: Sedo zieht Bilanz
Wieder geht ein ereignisreiches und turbulentes Domainjahr zu Ende – in seinen Höhen und Tiefen steht es dem Vorjahr 2006 in nichts nach. Wir haben für Sie einige Highlights des Jahres 2007 zusammengetragen und werfen auch einen kritischen Blick auf negative Ereignisse. Erfahren Sie alles über die Tops und Flops des Jahres 2007 aus unserer persönlichen Sicht.
Tops 2007:
1) Auktionen:
2007
war DAS Jahr der Auktionen, sowohl in Form von Online-Auktionen als
auch live vor Publikum. Bereits 2006 wurde prophezeit, dass die
Versteigerung von Domainnamen dem Handel positive Impulse geben würde.
Das Ergebnis: Maximale Verkaufserlöse für Verkäufer, deutlich
schnellere Einigungswege für beide Parteien sowie ein breiteres
Publikum von Interessenten durch die gezielte Platzierung von
Auktionen.
Unser persönliches Highlight war die erste
deutschsprachige Sedo-Live-Auktion beim Domainvermarkter Forum in
Hamburg, bei der Domains zu großartigen Preisen versteigert wurden wie
städtereisen.de für 73.500 €, ärzte.de für 56.000 € und hawaii.de für
22.000 €. Nicht zuletzt lag der Erfolg der Auktion daran, dass so gut
wie alle Domainer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an diesem
wichtigen Event teilgenommen haben. Wir sind überzeugt, dass die
Organisatoren Thomas Müller und Christoph Grüneberg auch im nächsten
Jahr alles geben werden, damit das Domainvermarkter Forum wieder ein
Erfolg wird!
Die Prophezeiung für das Jahr 2008 lautet:
Daumen hoch für Motto-Auktionen, die ein bestimmtes Thema als Basis
haben wie z.B. Auktionen mit bestimmten TLDs (Top Level Domains) oder
Auktionen mit generischen Domains aus einem bestimmten Themenbereich.
2) Domainkonferenzen:
Was sich bereits 2006 bewährt hatte, wurde auch im letzten Jahr fleißig betrieben:
Der
persönliche Kontakt und der Aufbau von Netzwerken auf diversen
Domainkonferenzen. Während Domainer-Treffen noch vor einigen Jahren zu
größten Teilen in den USA stattfanden, hat Europa im letzten Jahr stark
nachgezogen. Erwähnt seien hier u. a. das Domainvermarkterforum in
Hamburg, das DomainFest in Amsterdam/Niederlande, Domain Pulse in
Baden/Schweiz sowie DomainFocus in London/UK. Unser persönliches
Highlight war sicherlich das SedoPro Event New York/USA, an dem
Sedo-Kunden aus aller Welt teilgenommen hatten. Wer vor Ort war, wird
sich bestimmt an die atemberaubende Landschaft des Mohonk Resorts
erinnern. Wer erneut in Erinnerungen schwelgen möchte, dem sei der
Besuch der SedoPro Event- Webseite empfohlen, auf der alle Informationen zum SedoPro-Event 2007 zu finden sind.
3) Domainhandel:
Was
den Domainhandel betrifft, ist .com nach wie vor auch in diesem Jahr
stärkste Domain-Endung geblieben. So wurden am häufigsten .com-Domains
ge- und verkauft, einhergehend mit dem höchsten monetären Umsatz. Doch
wie in jedem Jahr wird es auch dieses Mal überraschende Erkenntnisse im
Domainhandel geben. Mehr zu diesem Thema wird Anfang 2008 verraten,
wenn wir unsere komplette und ausführliche Jahresstatistik für 2007
veröffentlichen.
Am begehrtesten waren Domains, die folgenden
Themengebieten zugeordnet werden können: Glückspiel, geographische
Bezeichnungen, Apotheken/Ärzte und Dienstleistungen aus dem Bereich
Finanzen. Einen enormen Zuwachs gab es bei verkauften generischen
Domains, die aus einem Wort bestehen.
Aufgefallen ist, dass
man immer häufiger vom Kauf großer Domain-Portfolios gehört hat.
Investoren haben den Markt für sich entdeckt und sind immer wieder auf
der Suche nach profitablen Domainportfolios, die vorzugsweise aus
generischen Begriffen bestehen. Dieser Trend wird sich auch im nächsten
Jahr fortsetzen.
4) Domainendungen:
Länderspezifische
Domain-Endungen rücken immer weiter in den Vordergrund. In vielen
Ländern ist das Bewusstsein für die eigene Länderendung und deren
Bedeutung deutlich gestiegen. Das zeigte sich zum einen in der
steigenden Registrierungszahl der jeweiligen TLD als auch in den
Preisen, die für diverse länderspezifische Domains gezahlt wurden. An
der Spitze steht die britische Länderendung .co.uk, die 2007 zahlreiche
hochpreisige Domainverkäufe bis in den sechsstelligen Bereich verbuchen
kann wie z.B. mobile.co.uk für 120.000 GBP und fly.co.uk für 87.500 GBP.
Weiterhin stabil haben sich die Endungen .tv (Tuvalu), .eu (Europa) und .es (Spanien) gezeigt.
Einige
Domainendungen hatten 2007 allen Grund zu feiern: So bejubelten
beispielsweise die Schweiz (.ch) und Russland (.ru) die 1millionste
registrierte Domain. Afilias, die Vergabestelle für .info-Domains
freute sich über die erreichte Grenze von 5 Millionen .info-Domains.
Auch die chinesische Endung .cn konnte dieses Jahr einen enormen
Zuwachs an registrierten Domains verzeichnen.
5) Schlagwörter:
Die
Schlüsselbegriffe Domain-Marketing und Direct Navigation fielen 2007
häufiger denn je. Während Direct Navigation Branchenkennern schon lange
ein Begriff ist, konnte man das Thema Domain-Marketing zunächst nicht
recht zuordnen. Dabei war Domain-Marketing eine logische Folge von
Direct-Navigation.
Über das Thema Direct Navigation haben wir bereits berichtet. Alles über das Thema Domain-Marketing erfahren Sie in der nächsten Ausgabe des Newsletters. Seien Sie jetzt schon gespannt!
Flops 2007:
6) Domainendungen:
.Eu
lässt weiterhin auf sich warten: Zwar wird die Domainendung weiterhin
gehandelt, doch scheint sie sich nach fast zwei Jahren immer noch nicht
beim User durchgesetzt zu haben. Eine breite und gezielte Vermarktung
der Domains seitens der Unternehmer ist auch noch nicht erfolgt. Für
die meisten .eu-Inhaber ist die Domainendung lediglich ein Bestandteil
des Domain-Portfolios geblieben. Wobei man die Wichtigkeit eines
vollständigen Portfolios nicht unterschätzen sollte.
Die Endung
.xxx hat sich endgültig verabschiedet: Nachdem 10 Jahre lang hin und
her diskutiert wurde, ob eine Domainendung eigens für den erotischen
Bereich ins Leben gerufen werden sollte, hat die Internetverwaltung
ICANN in diesem Jahr endgültig entschieden, dass es keine
„Rotlicht“-Domain geben wird. Dass die Verhandlungen erneut aufgenommen
werden, ist recht unwahrscheinlich, da .xxx nur eine recht kleine Lobby
hat – viele Betreiber von Erotikseiten sind sogar gegen die Einführung
der Endung.
Auch für .berlin ist 2007 nicht alles rosig
verlaufen. Trotz bewunderswerter Hartnäckigkeit und mehr und mehr
positiver Stimmen aus der Community gibt es große Schwierigkeiten.
Dabei bildet hier nicht die ICANN eine Hürde, sondern der Berliner
Senat selbst. Dieser sträubt sich gegen eine Einführung der Endung, da
man damit eine Verantwortung übernehmen müsse, die man so nicht wolle.
Dieser Fall ist jedoch aktuell noch nicht abgeschlossen. Wir sind
gespannt, was sich im Jahr 2008 noch ergeben wird. Sollte sich .berlin
tatsächlich durchsetzen, könnten eventuell weitere geographische TLDs
auf den Plan gerufen werden.
7) Medien:
Der Domain-Sekundärmarkt scheint auch für die Medien immer interessanter zu werden.
So häuften sich in letzter Zeit in den USA Berichte über bekannte Domainer wie z.B. Kevin Ham.
Nach
wie vor ist jedoch zu beobachten, dass der Inhalt dieser Berichte keine
aufklärende Wirkung hat, sondern eher eine missverständliche.
In
vielen Berichten wird z. B. das Prinzip des Domain-Parkings
fälschlicherweise im selben Atemzug mit Klickbetrug genannt oder
Domainhändler allgemein als Domain-Grabber bezeichnet. Begriffe wie
Domain-Tasting, Domain-Kiting und Typo-Squatting stehen in den
Schlagzeilen, werden aber nur unzureichend erläutert.
Es ist also
nur wünschenswert, das die internationale Berichterstattung zum Thema
Domain-Sekundärmarkt Unterschiede aufzeigt und deutlich macht, dass die
Branche nicht nur aus schwarzen Schafen – die es schließlich in jeder
Branche gibt – besteht.
Erfreulich hingegen ist, dass es immer
mehr domainspezifische Printmagazine, Blogs und Foren gibt, verglichen
mit dem Vorjahr. Viele Domainer nehmen die Berichterstattung also
selbst in die Hand, damit sich das Thema in der Öffentlichkeit endlich
manifestiert.
8) Domainbetrug:
Kommen wir zu den
vorhin erwähnten schwarzen Schafen – wie in jedem Jahr gibt es
Onlinebetrüger, die durch gefälschte Emails Inhabern von Domainnamen
schaden wollen.
Man kann nicht davon sprechen, dass die Anzahl der
Übergriffe abgenommen hat, doch die Anzahl der Domain-Inhaber, die über
die unterschiedlichen Betrugsmethoden im Internet Bescheid wissen, ist
sicherlich gestiegen. Hier tragen insbesondere Blogs, Foren, und
weitere domainspezifische Plattformen zur Aufklärung bei.
Dabei
darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Betrugsmethoden nicht
immer dieselben sind und die Übeltäter wieder neue Wege finden werden,
um Domain-Inhabern zu schaden.
Fazit:
Man kann davon
ausgehen, dass das Jahr 2008 nicht minder turbulent sein wird. Es wird
spannend sein zu sehen, was im Bereich Domain-Parking, Domainhandel,
Domain-Bewertung, Domainendungen, Domain-Investment, Domain-Auktionen
usw. noch alles passieren wird. Wir wünschen allen Käufern und
Verkäufern von Domains weiterhin viel Erfolg im Jahr 2008!
| SEDO GmbH | |
| Im Mediapark 6 | |
| 50670 Köln |

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