Trend Domain-Auktion – ein Markt im Wandel
Autor: RA Daniel Dingeldey, 31.10.2007
Was einmal, vor vielen Jahren mit vereinzelten eBay-Versteigerungen begann, ist nun ein Machtkampf auf der großen Bühne Internet geworden: Domain-Auktionen. Jüngste Entwicklungen in der Domain-Auktionsbranche verändern die Internetlandschaft. Hier bieten wir einen kleinen Schnappschuss.
Domain-Börsen gibt es schon sehr lange. Man bietet dort seine
Domain an und nennt gegebenenfalls einen Preis, den man für sie haben
möchte. Das klappt oder nicht, es wird gehandelt und gekauft oder
nicht. Einige Verwegene boten vor vielen Jahren ihre Domains auch auf
eBay an; dort wurden sie zum Höchstgebot an den Mann gebracht, auch
wenn das oft genug unter dem Registrierungskosten lag.
Dann boten einige Domain-Börsen auch Auktionen einzelner Domains
an. Zu den ersten zählte SnapNames, die freiwerdende Domains
registrierte und Interessenten per Auktion offerierte. Dieses Konzept
entwickelte sich gut. Einige Domain-Registrare schlossen sich der Idee
an, wie NSI, eNOM und Namewinner. Andere bauten eigene Auktionsangebote
auf, wie etwa addacom.com, afternic.com, pool.com, gdnx.com,
moniker.com, sedo.de oder nicit.de. Zahlreiche sind damit erfolgreich,
andere haben die Auktionen wieder eingestellt und wenige sind von der
Bildfläche ganz verschwunden.
Schließlich nahmen einige Domainer, die wirklichen Fachleute auf
dem Gebiet, die Sache selbst in die Hand und zeigten, was mit einer
massierten Massenauktion möglich war. Targettraffic .com zeigte den
Domain-Börsen, wie man für Umsatz sorgt. Mit ihren T.R.A.F.F.I.C.
east/west Treffen zieht Targettraffic die richtigen Leute zu einem
Zeitpunkt an den Ort der Auktion; und alle, alle Domainer geben
ordentlich Gebote ab. Diese Domainertreffen sorgten für Furore in der
Domain-Handelsbranche. Einige Domain-Handelsbörsen versuchen nun
ihrerseits im Rahmen von Veranstaltungen, bei denen sich Domainer
treffen, im großen Stil Auktionen zu veranstalten. Selbst
Domain-Verwaltungen sind auf den Zug aufgesprungen und bieten so
genannte Premiumdomains in Auktionen an.
Da dieses Geschäft offensichtlich blüht und die Aussichten nicht
schlecht sind, dass das auch in Zukunft so bleibt, suchen einige
Anbieter ihrerseits besser in das Geschäft einzusteigen. So musste
SnapNames feststellen, dass die Kooperationspartner NSI und eNOM soeben
kurzerhand eine eigene Auktionsplattform entwickelt haben, NameJet, und
bei SnapNames ausstiegen. Dabei hatte SnapNames gerade sein Angebot um
eine Auktionsplattform mit dem Titel SnapNames Live erweitert; mit der
will man bei der kommenden DOMAINfest-Konferenz reüssieren. Registrar
GoDaddy setzt nun ebenfalls auf Auktionen und richtet die eigene
Plattform Signature Auction ein, auf der man beim Start Anfang November
nicht mehr als 25 wertvolle Domains anbieten will. Sedo stülpte seine
Börse vor gut einem Jahr um und richtete sie auf Auktion aus, kaufte
greatdomains.com und steuert in Zusammenarbeit mit der
Veranstaltungsreihe Domainfocus und der Domain-Verwaltung für .mobi
ebenfalls in Richtung Großauktion.
Die Branche ist in Bewegung. Die Domainer auch. Alles scheint
darauf hinaus zu laufen, dass der zweite Markt, der Domain-Handel, den
ersten Markt, die Domain-Registrierung, weit überflügelt. Mehr Anbieter
bieten mehr Konkurrenz, das kann nur im Interesse dieses Marktes sein.
Wie sich das auf die Preise auswirkt, wird man sehen.
Quelle: http://www.domain-recht.de/magazin/article.php?id=667084

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